Monatsinspiration März – Eine Reise durch die 5 Elemente

Oft werde ich gefragt, ob mir als „Ur-Hamburgerin“ hier im Norden nicht auch mal die Großstadtluft fehlt. Und was soll ich sagen? Nein, tut sie nicht. 

Ich bin gerne in Hamburg und liebe diese Stadt, aber auch nach fast 9 Jahren „hier oben“, genieße ich jeden Tag aufs Neue das Meer, die frische Luft, den Wald, die Felder, die langen Spaziergänge und die Ruhe. Je mehr und länger ich Yoga praktiziere, desto wichtiger wird mir ein Leben in und mit der Natur. Desto mehr brauche ich diese Verbindung, um mich wirklich „eins“ zu fühlen. Ja – ich fühle mich verbunden und nicht getrennt, spüre diese Ruhe und Zuversicht in mir. Die Sicherheit und gleichzeitig die Freiheit, grenzenlos sein zu können. Jedes Mal, wenn ich am Wasser stehe und aufs Meer hinausschaue, flasht mich dieses Gefühl. Und das nun schon seit 9 Jahren.

Im Yoga – wie auch in anderen östlichen philosophischen Traditionen- kennen wir das Prinzip der 5 Elemente (die „Pancha Mahabhutas“): Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther/Raum.

Sie sind in allen Erscheinungen enthalten – auch in uns selbst. 

Wenn wir Yoga praktizieren und uns in der Natur aufhalten, fühlen wir dieses „Eins-Sein“, wir erfahren die Elemente, die gleichermaßen in und außerhalb uns sind (die innere und äußere Natur). Wir nehmen ein auch Hauch dessen wahr, was es bedeutet, dass es keine Trennung, kein Unterschied zwischen uns und dem Universellen gibt. 

Das ist der Zustand des Yoga.

DAS PRINZIP DER 5 ELEMENTE IM YOGA

Jedes Element hat seine eigene Bedeutung und kann uns dabei helfen, ein tieferes Verständnis von uns selbst und der Welt um uns herum zu entwickeln.

ERDE

Das Element Erde wird typischerweise als erdend und beruhigend beschrieben. Es hält das Ego in Balance und reguliert die Energie der Knochen, Muskeln und des Gewebes. Außerdem spielt es eine Rolle bei Entzündungen und Infektionen.

Um dein Erdelement in der Yogapraxis zu stärken, konzentriere dich auf deine Füße, Hände und Sitzbeinhöcker. Besonders in den stehenden Positionen wie Kriegerstellungen (Virabhadrasana) und Stuhlhaltung (Utkatasana) kannst du die Wahrnehmung hier besonders gut ausrichten. Verteile das Gewicht gleichmäßig auf die Füße, spüre die Verbindung zu den Gesäßmuskeln und achte auf die Ausrichtung deines Oberkörpers. Nimm immer wieder die Verbindung zwischen deinen Füssen und dem Boden wahr. Die Erde trägt dich und gibt dir Halt.

WASSER

Wasser wird durch seine Fähigkeit, zu fließen, sich anzupassen und Substanzen zu binden charakterisiert. Außerdem hat es eine heilende Wirkung, die den Körper nährt und zusammenhält. Es reguliert das Blut und andere Körperflüssigkeiten und wird mit Beschwerden wie Gelenkschmerzen in Zusammenhang gebracht. 

Bewege dich fließend durch deine Praxis, finde eine Synchronisation zwischen Atem und Bewegung. Passe deine Praxis an deine tägliche Kondition an. Erlaube dir mal aktiver, mal entspannter, mal weniger, mal mehr zu üben. Wie das Wasser, das immer seinen Weg findet.

FEUER

Das Element Feuer reinigt und befreit den Körper von Giften und Unreinheiten und hält so Krankheiten im Zaum. Es ist die Quelle von Wärme und Energie und verleiht uns Selbstvertrauen und Mut. Es ist zudem das Element des Stoffwechsels und der Kreativität. Zuviel Feuer drück sich durch Zorn und Hass aus. 

Besonders in den Drehpositionen (den Twists) kannst du dein Feuer richtig gut anheizen. Durch Fokussierung in der Praxis erschaffst du eine Energie, die letztendlich zu einer Reinigung führt und dich erkennen lässt was wichtig ist und was sich transformieren soll.

LUFT

Das Element Luft fungiert als Kanal für klare Kommunikation und Selbstentfaltung. Es ist für die Atmung, Nervenimpulse und Bewegung zuständig und beeinflusst die Fähigkeit, mit Liebe und Mitgefühl zu handeln. Pranayama oder Atemkontrolle ist eine Möglichkeit, dein Luftelement zu stärkenPranayama reinigt nicht nur unsere Energiekanäle, sondern beruhigt und besänftigt deine stetig aktiven Gedanken. Ein wacher und entspannter Geist öffnet dir die Tür zu Inspiration, Energie und Liebe. 

ÄTHER/RAUM

Luft ist eine Art Behälter für all die anderen Elemente. Es ist das Element, aus dem alle anderen Elemente entstehen und zu dem sie am Ende wieder werden. Es ist kalt, wenn es an Feuer mangelt; es ist trocken, wenn Wasser fehlt. Mangelt es am Element Luft, ist es starr, oder leicht, wenn die Schwere des Elements Erde fehlt. Es ist omnipräsent, da es der Raum zwischen all den anderen Elementen ist. 

Um Raum zu schaffen, achte auf den Bereich zwischen deiner Ein- und Ausatmung und den Moment zwischen Aus- und Einatmung. Lass die Gedanken kommen und gehen und beobachte den Raum dazwischen. Gib dir die Zeit, die diese Übung braucht. Je mehr Raum entstehen kann, umso mehr Freiheit und Glückseligkeit wird sich nicht nur in deiner Yogapraxis entfalten können, sondern auch in deinem Leben.

DIE YOGASCHULE WIRD 5! EINE REISE DURCH DIE 5 ELEMENTE

Im März 2019 eröffneten wir die Yogaschule Flensburg. Es waren bewegte Zeiten.

In diesen fünf Jahren haben wir gemeinsam eine Reise durch die verschiedenen Elemente unternommen. Diese Elemente spiegeln nicht nur die natürlichen Kräfte der Welt wider, sondern auch die Entwicklung, die wir als Studio durchlebt haben.

1. Jahr (2019) – Erde (Stabilität)

Wie die Erde haben wir im ersten Jahr unsere Wurzeln tief in den Boden des Yogaunterrichtens geschlagen. Wir haben Stabilität gefunden und sind als Gemeinschaft zusammengewachsen, um starke Grundlagen zu schaffen – die wir so dringend für die nächsten unglaublich herausfordernden Jahre brauchten.

2. Jahr (2020) – Wasser (Fließen) 

Im zweiten Jahr begannen wir, wie Wasser zu fließen – flexibel und anpassungsfähig an jede Herausforderung, die auf uns zukam. Und diese war groß – hätten wir gewusst, dass wir am 16. März 2020 unsere Türen schließen mussten, hätten wir niemals die Yogaschule ein Jahr vorher eröffnet. Wir lernten, uns den Veränderungen des Lebens zu öffnen und durch schwierige Zeiten zu gleiten. Die unfassbar treue Yogaschulen-Community gab uns Kraft und Energie hierzu.

3. Jahr – Feuer (2021) (Energie)

Das dritte Jahr brachte uns die Energie des Feuers. Wir nutzten unsere brennende Leidenschaft für Yoga und brachten diese Begeisterung in jede Klasse und jedes Event ein. Dieses Feuer war nötig, um uns den noch immer unsicheren und unplanbaren Zeiten zu stellen und den Mut nicht aufzugeben. Unsere Flamme brannte hell und inspirierte andere, sich ebenfalls zu entfalten.

4. Jahr – Luft (2022) (Freiheit)

Wie die Luft im vierten Jahr lernten wir, die langsam wieder auftretende Freiheit als unser höchstes Gut zu feiern. Wir ließen Raum für Kreativität, Individualität und neue Ideen, die uns halfen, über uns selbst hinauszuwachsen und das Studio auf neue Höhen zu bringen.

5. Jahr – Raum (2023) (Weite) 

Zum Jubiläum begeben wir uns in die Weite des Raumes – in die grenzenlose Dimension des Yoga. Wir erkennen, dass wir mehr sind als nur ein Studio; wir sind eine lebendige, atmende Gemeinschaft, die sich ständig weiterentwickelt und neue Horizonte erforscht.

In diesen fünf Jahren haben wir gemeinsam alle Elemente des Yoga durchlaufen und sind dabei stärker, flexibler und inspirierter geworden. Mögen wir auch in Zukunft den Zusammenhalt, die Liebe zum Yoga und die Lebensfreude bewahren, während wir uns gemeinsam durch die Wogen des Lebens bewegen.

Danke, dass du ein Teil dieser wundervollen Reise bist! Auf die nächsten fünf Jahre voller Wachstum, Liebe und Verbindung! 

Lovelove

Katharina

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